Gold

Gold und Inflation: taugt Gold als Inflationsschutz überhaupt? Gold gilt als die stabilste Währung überhaupt. Wer also eine Inflation befürchtet, kann sich grundsätzlich mit Rohstoffen wie Gold absichern. Teilweise wird Gold auch als „sicherer Hafen“ bzw. als inflationssicher betrachtet, da beispielsweise bei einem wirtschaftlichen Aufschwung die Schmucknachfrage anziehe, bei einem Abschwung die Flucht in Gold.

So oder so profitiere das Gold. Inwieweit diese Effekte aber dann jeweils nominal durchschlagen, muss sich zeigen.
Weiter ist Gold auch seit jeher ein sehr emotionales Thema. Kaum ein anderes Thema wird so häufig mit extremen Schätzungen verbunden wie Gold. Seien es Prophezeiungen eines kommenden Goldpreises bei 5000 USD je Feinunze oder die zugrunde liegenden Wirtschaftscrashszenarien.
Interessant ist auch, dass die Goldnachfrage nicht weltweit steigt. Nach dem World Gold Council (Stand Oktober 2010) sank die Goldnachfrage zum Vormonat etwa in China, Indien und im Nahen Osten. Sie stieg dagegen in Europa und den USA. So überstieg die Nachfrage der Investoren erstmals 2009 die Nachfrage der Schmuckindustrie nach Gold.
Börsenhändler Dirk Müller sagt beispielsweise, Edelmetalle wie Gold gehören in jeden Haushalt. Denn auf lange Sicht erhalte nur Gold die Kaufkraft. So stuft er 10% bis 20% des Vermögens in Gold als vertretbar ein. 1

Goldnachfrage weltweit nach Art und Jahr

JahrGoldschmuckMünzen, BarrenGoldFonts, ETFsIndustrieStaatenGesamt
2012*906657522212542091
2011197415051854534584574
201020171201382466774143
20091814779623410-343591
20082304868321461-2353719
20072423434253476-4843103
20062300414260468-3653077
20052719394208438-6633095
Goldnachfrage in Tonnen, Minusangaben sind Verkäufe, *erstes Halbjahr 2012, alle Angaben ohne Gewähr, zitiert nach Foucs Money, 36/2012, S. 8

Goldpreis inflationsbereinigt

Dabei spielt natürlich auch der Goldpreis selbst eine Rolle (zum aktuellen Goldpreis). Denn dieser schwankt letztlich auch durch Spekulanten deutlich. Wichtig zu wissen ist auch, dass es nicht den einen Goldpreis gibt. Meist dient der Börsenpreis für eine Unze (31,1 Gramm) als Referenz. Dieser wird aber in USD geführt, so dass auch Währungsschwankungen zum Euro einen Einfluss haben können. Weiter gibt es beim Ankauf einen Aufschlag des Händlers, der um 5% liegen kann. Der Rückkaufwert liegt größtenteils auch etwas unter dem Börsenwert. Bei seriösen Händlern und Großbanken betragen diese Differenzen aber bei größeren Mengen nur wenige Prozent. Daraus kann man schon erkennen, dass der Goldpreis auch von der Stückelung abhängt. Je größer die Menge, desto besser der Goldpreis für den Käufer. Wer es sich leisten kann, sollte daher auf Kilobarren anstatt auf Grammbarren setzen, das rechnet sich deutlich.
Beim Goldpreis kann man weiter auch zwischen nominalen Goldpreis und inflationsbereinigten Goldpreis unterscheiden. So ist der inflationsbereinigte Goldpreis aktuell (Oktober 2010) noch weit von seinem Höchststand 1980 entfernt – nominal sieht das anders aus.
Preistreiber für den Goldpreis sind vor allem Angst vor Staatspleiten, Zusammenbrechen der Währungsunion, Hyperinflation bis zu einer Weltwirtschaftskrise.
Weiter sind die Fördermengen nicht skalierbar. Denn die oft deutlich höheren Aufwendungen rechtfertigen sich nur und erst ab einem gewissen hohen Goldpreis. Daher stagniert die geförderte Menge der Goldproduktion nach wie vor auf einem ähnlichen Niveau. Die Nachfragesteigerung bei gleichem Angebot führt teilweise dazu, dass man beispielsweise an kein physisches Gold mehr kommt.

Physisches Gold als Inflationsschutz

Grundsätzlich ist nur physisches Gold letztlich werthaltig. Man muss dann aber auch die Aufbewahrungskosten einberechnen. So kosten Schließfächer bei Banken ca. 50 bis 100 Euro pro Jahr. Ein eigener Tresor beginnt bei 750 Euro. Wichtig dabei ist, dass nur unzerkrazte Barren wertbeständig sind, beschädigte Goldbarren bringen nur den geringeren Schmelzwert. Wer aber Kauf und (sichere) Lagerung von Gold (Münzen, Barren) scheut, der könnte sich auf Wertpapiere (börsennotierte Indexfonds, so genannte ETF oder ETC) fokussieren, deren Anteile einen Gold-Besitz verbriefen, der sicher in Großtresoren einlagert. Die Menge an Gold dieser Fonds lagen Ende 2009 bei etwa 2.000 Tonnen. Das entspricht etwa dem Doppelten der Schweizer Goldreserven.
Hier wäre die Lieferung der entsprechenden Goldmenge sogar teilweise praktisch möglich. Die Lieferkosten liegen für einen Kilobarren etwa bei 250 bis 350 Euro und können schon mal eine Wartezeit von 14 Tagen in Anspruch nehmen. Ist das Vermögen des Emittenten mit physischem Gold hinterlegt, kann das bei Ausfall des Emittenten zur sichereren Rückzahlung eingesetzt werden.
Daher gibt es spezialisierte Anbieter wie Bullionvault, die physisches Gold in kleinen Mengen anbieten.

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  1. Interview in FocusMoney 45/2010, S. 35 (↥)

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