Galoppierende Inflation

Galoppierende Inflation oder auch Hyperinflation liegt vor, wenn die Inflationsrate sehr hoch ist. Eine wissenschaftlich und mathematisch anerkannte Grenze gibt es nicht. Meist geht man ab einer Inflationsrate ab 50% pro Monat (jährlich umgerechnet 13.000%) von einer galoppierenden Inflation bzw. Hyperinflation aus.

Aufgrund dieser extremen Geldentwertung ist meist kein Aufhalten oder Umkehren des Effektes möglich, so dass am Ende meist eine Geldentwertung in Sinne einer kompletten Währungsreform steht.

Hyperinflation 1923 in Deutschland – Ursachen

Letztlich verursacht immer der Staat eine galoppierende Inflation (Hyperinflation). Denn solche extremen Inflationsraten beruhen nicht mehr auf normalen wirtschaftlichen Ursachen. Meist sind Kriege oder extreme gesellschaftliche Änderungen die Ursache. Denn dann kann der Staat die extrem, sprunghaft ansteigenden Ausgaben nicht mehr bezahlen und druckt in großen Mengen (zusätzliches) Geld. Der damit extrem stark steigenden Geldmenge stehen immer weniger Wirtschaftsgüter gegenüber, das Vertrauen in die Währung sinkt.
1923 waren nur mehr 1% der Staatsausgaben durch (Steuer)einnahmen gedeckt. 2011 liegt der Wert für Deutschland bei ca. 75%. In den USA dagegen bereits bei etwa 30%. 1 Dennoch zeigt die Geschichte, dass eine galoppierende Inflation oder Hyperinflation nur in Zusammenhang mit Krieg und struktureller Zerstörung einhergeht. Bei politisch stabilen Systemen halten viele Experten die Inflationsraten auf maximal kleine zweistellige Werte begrenzt.

Hyperinflation Geldschein
Maximaler Geldschein der Hyperinflation 1923

Galoppierende Inflation in Deutschland – Folgen

Dieser Prozess geht zum Ende hin so schnell, dass beispielsweise in der Zeit der Hyperinflation der Weimarer Republik (1914 bis 1923) Geldnoten nur noch vorne bedruckt wurden, da in der Zeit des Druckes der Rückseite sich der vorne aufgedruckte Wert schon wieder verringert hätte. Die Inflationsrate betrug damals bis zu 32.400%. Das bedeutet, dass sich die Preise pro Woche vervierfachen.

In weiterer Folge bleibt allen Vermögenden nur die Flucht in Devisen und/ oder Sachwerte. Die Flucht in Devisen wird allerdings in Zeiten einer Hyperinflation massiv beschränkt. Daher bleibt meist nur die Flucht in Sachwerte wie Immobilien, Gold, teilweise Aktien und im Extremfalls Tauschmittel wie Zigaretten.

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  1. Magazin compass 3/11, S.8 (↥)

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