Verdeckte Inflation

Eine verdeckte bzw. versteckte Inflation (Definition) liegt im Gegensatz zur offenen Inflation dann vor, wenn tatsächlich eine Inflation vorliegt, die aber noch nicht wahrgenommen wurde. Man spricht dann auch von einer Geldwertillusion. Schließlich meint man nur, dass der Geldwert stagniert.

Da dieser Effekt aufgrund zahlreicher Werte und Messungen aber meist nur von kurzer Dauer ist, kommt eine nennenswerte verdeckte Inflation in Deutschland eher selten vor. So ermitteln die Statistischen Landesämter monatlich über 350.000 Einzelpreise allein für den Verbraucherpreisindex. Darin finden sich immer Beispiele für versteckte Inflation. Da sich dieser Effekt aber meist in geringem Rahmen bewegt und häufig wieder aufhebt oder bekannt wird, finden sich kaum nachvollziehbare Beispiele. Da man auch politisch auf verlässliche Prognosen und möglichst langfristige Preisentwicklung abzielt, werden solche Fälle nur sehr selten bekannt.
Nach Aufdeckung der versteckten, verdeckten Inflation spricht man dann von einer Überraschungsinflation.

Versteckte/ verdeckte Inflation – Ursachen

Die Ursachen für eine versteckte Inflation sind nicht immer klar definierbar. Ursache ist die eingangs beschriebene Preispolitik der Regierung, die ggf. mit Subventionen, Höchstpreisen, etc. regulierend eingreift. Dann spricht man auch häufig von zurückgestauter Inflation.
Wie weit die aktuelle Geldpolitik der Europäischen Zentralbank zu einer verdeckten Inflation führt, ist umstritten. Denn die EZB versucht mit großen Geldmengen eine erwünschte geringe Inflation zu erreichen (Reduktion der Staatsverschuldung durch negative Realzinsen). Praktisch wirkt dies – je nach Ansicht und Messung – eher deflationär. Sollte man daher von einer Deflation ausgehen, die Geldpolitik letztlich dann aber doch eine Inflation bewirkt haben, wäre es eine verdeckte Inflation.

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