Kryptowährungen

Gerade mit steigenden Inflationsraten gewinnen Kryptowährungen wie Bitcoin als Schutz vor Inflation bei vielen Anlegern an Relevanz. Die Überlegung ist, dass viele Investoren aus inflationsgeplagten sogenannten Fiat-Währungen wie Euro oder Dollar aussteigen und (auch) auf Kryptowährungen setzen. Was sind Kryptowährungen und welche Vor- und Nachteile bieten sie als Inflationsschutz?

Was sind Kryptowährungen

Bei einer Kryptowährung (auch Cyberwährung genannt) handelt es sich um rein digitales Geld. Als Zahlungsmittel sind von den über 3.000 verschiedene Kryptowährungen gesellschaftlich derzeit nur wenige Währungen in wenigen Regionen anerkannt.

Bei Kryptowährungen wird keine Bank benötigt, da jeder (Ver-)Käufer sozusagen seine eigene Bank ist. Bei Kryptowährungen werden Transaktionen verschlüsselt und dezentral innerhalb eines Netzwerks öffentlich gespeichert. Dieses Prinzip nennt man Blockchain. Transaktionen sind dadurch fast unmöglich zu fälschen, da alle Informationen der Transaktionsbewegungen gesichert dort abgelegt sind. Dieses Prinzip hat aufgrund der erforderlichen Rechenleistung auch Nachteile bei Geschwindigkeit und Energieverbrauch.

Betrachtet man den Begriff Kryptowährung wörtlich, kann man ihn auf Kryptografie zurückführen, also auf die Verschlüsselung von Informationen. Das passt zum Kern der Funktionsweise von Kryptowährungen.

Virtuelle Darstellung rein digitaler Währungen.

Die bekanntesten Kryptowährung nach Marktkapitalisierung sind derzeit:

  1. Bitcoin (BTC)
  2. Ethereum (ETH)
  3. Tether (USDT)
  4. Binance Coin (BNB)
  5. USD Coin (USDC)
  6. Ripple (XRP)
  7. Cardano (ADA)
  8. Solana (SOL)
  9. Avalanche (AVAX)
  10. Terra (LUNA)

Vorteile von Kryptowährung als Inflationsschutz

Wie bereits erwähnt entscheiden sich viele Anleger für die Investition in eine Kryptowährung, da diese nicht dem Einfluss der Notenbanken unterliegen und als Zuflucht oder Hafen bei anderen Anlegern interpretiert werden, womit eine Wertsteigerung einhergehen könnte. Konjunktiv.

Der deflationäre Charakter des Bitcoins ist nicht wegzudiskutieren.

Timo Emden, Krypto-Analyst
  • Regierungen halten ein gewisses Inflationsniveau „um 2 %“ für erstrebenswert, was je nach wirtschaftlicher Situation teilweise zu deutlicher Geldvermehrung führt. Das ist ein Faktor, der für Inflation spricht. So ist in den USA die Geldmenge M2 von Anfang 2018 bis Anfang 2022 um mehr als 50 Prozent gewachsen. Das spricht für einen Wertverlust der Fiat-Währungen.
  • Viele Kryptowährungen haben eine fest limitierte Gesamtzahl – ähnlich Edelmetallen wie Gold. Dieses auch Goldstandard genannte Prinzip soll bei zunehmender Nachfrage zu einer Preiserhöhung führen, da das Angebot begrenzt ist. Dazu ist die Begrenzung meist vorhersehbar und berechenbar.
  • In einigen Ländern dienen Kryptowährungen wie Bitcoin bereits jetzt als funktionierende Schattenwährung. Das kann zunehmen.
  • Das Realisieren (Schürfen, engl. Mining) von Kryptogeld wird zum Ende der limitierten Gesamtzahl immer rechenintensiver und damit zeit- und energieintensiv. Die letzten Einheiten eines begrenzten Kryptocoins werden daher tendenziell nicht oder nur bei sehr hohen Kursen realisiert.
  • Die meisten Kryptowährungen sind mittlerweile relativ einfach kauf- und handelbar – auch ohne technisch komplizierte Einrichtung einer sogenannten Wallet (digitale Geldbörse).
  • Diese Wallets sind durch Passwörter gesichert. Im Laufe der Zeit vergessen manche Inhaber die Passwörter oder verlieren den Zugang, so dass der real verfügbare Bestand geringer ist, als der theoretisch vorhandene Umfang (Verknappung).
  • Neue Märkte wie das Metaverse basieren beispielsweise auf Etherum. Dieser Markt wird vermutlich die nächsten Jahre wachsen.

Nachteile von Kryptowährungen als Schutz vor Inflation

Kryptowährungen sind sehr spekulativ.

  • Fast alle Währungen sind als Zahlungsmittel nur begrenzt einsetzbar. Der von der Gesellschaft zugemessene Wert kann dadurch sehr stark variieren. Im Gegensatz zu physischem Gold beispielsweise hat man wörtlich nichts in der Hand. Es gibt kaum Regularien, Gesetze, auf die man sich stützen könnte.
  • Um dieser Problematik zu begegnen, gibt es beispielsweise sogenannte Stablecoins, die häufig an die Wertentwicklung von Fiat-Währungen wie dem US-Dollar (USD) geknüpft sind. Hier kann es passieren, dass die Inflation der durch die Regierung unterstützten Währung Rückwirkungen auf den Stablecoin hat. Diese Kryptowährungen sind stabiler und vielleicht im Ernstfall wertstabiler, unterliegen aber auch wiederum der Inflation, der man damit ja eigentlich aus dem Weg gehen möchte.
  • Gefühlt gibt es täglich neue Kryptowährungen. Auch öffentlich reine Spaßwährungen erfahren teilweise irrationale Wertsteigerungen und Wertverluste. Die Entwicklung ist also volatil und nicht vorhersehbar.
  • Transaktionen oder Bezahlung sind fast immer auch mit Gebühren verbunden. Hin und her, macht also auch bei Kryptowährungen die Tasche leer. Dienstleister, welche den Kauf und Verkauf vereinfachen, erheben hierfür ebenfalls Gebühren.
  • Niemand ist perfekt. Das Verlustrisiko, wie oben beschrieben, kann auch einen selbst treffen.
  • Will man Nachhaltigkeit unterstützen, passt ein Investment in Kryptowährungen tendenziell nicht, da deren Energieverbrauch teilweise enorm ist. Daher werden neue Anteile überwiegend in Ländern mit geringen Stromkosten errechnet, was vereinzelt die komplette Stromversorgung dieser Länder gefährdet. Das verdeutlicht die Dimension, vgl. auch Greenflation.
  • Die Korrelation von Kryptowährungen mit Gold als (vermeintlich) sicherer Hafen bei hoher Inflation greift nicht immer. Bei fallenden Aktienkursen kann der Gold-Kurs steigen und die wichtigsten Kryptowährungen fallen.

Fazit

Als spekulative Beimischung haben Kryptowährungen durchaus eine Berechtigung – allerdings weniger als Inflationsausgleich, vielmehr als Spekulation und ggf. zusätzliche Währung im Portfolio. Auch Experten der Investment-Bank Goldman Sachs glauben, dass Kryptowährungen wie Bitcoin beispielsweise Gold als Wertanlage bis zu einem gewissen Grad verdrängen werden.

Wer nachdenkt in Kryptowährungen zu investieren, sollte diese Rahmenbedingungen bedenken und sich vorab Gedanken zu passenden Handelsplattformen wie passenden Kryptowährungen machen.

War diese Seite hilfreich für Dich?

Warum? Danke für Deine Hinweise, Verbesserungsvorschläge.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Kommentare werden erst nach manueller Freischaltung sichtbar. Die übermittelten Daten werden entsprechend der Datenschutzerklärung zur Verarbeitung des Kommentars gespeichert.