Inflation ↔ Deflation in 2026/ 2027?

Erklärung, Bedeutung, Messung und Entwicklung

Inflation: was spricht dafür

Nach der Finanz-, Corona-Krise und Ukraine-Krieg führen die massiven neuen Staatsschulden zu weiteren Milliarden an Staatsschulden mit Zinslasten. Drohende Staatspleiten und ungedeckte Target2-Salden in der EU, „Euro-Rettungsschirm„, Schuldenstopp („Shutdown“) in den USA, instabile chinesische Konjunktur, Lieferengpässe, Anleihekäufen der EZB sind nur einige Stichwörter, die uns beinahe tagtäglich in den Nachrichten begegnen. Folglich fürchten viele Anleger und Sparer um ihr Vermögen und ihre Altersvorsorge (Inflationsangst). Denn je nach Expertenmeinung drohe eine enorme Geldentwertung, primär da die Staaten nur dadurch die Folgen ihrer Schuldenexzesse verlangsamen können. Der Staat druckt einfach Geld und bringt dieses zusätzliche Geld in den Wirtschaftskreislauf. Risiko und Folge: die Preise für Immobilien, Güter und Dienstleistungen steigen, die Kaufkraft des Geldes schwindet. Die Folge Geldentwertung (Inflation).

Deflation: was spricht dafür

Die Banken verschärfen zunehmend die Kriterien der Kreditvergabe, auch die Kreditnachfrage sinkt, wodurch die Notenbanken „gedrucktes Geld“ eben nicht in den Wirtschaftskreislauf bringen. Dadurch schrumpft die Geldmenge (M1) aus Bargeld und Giralgeld ab August 2022 – erstmals seit der Weltwirtschaftskrise der 1930er-Jahre. Dazu kommen Rezession bei zunehmend negativen Rahmenbedingungen wie sehr hohe Abgabenlast, sehr teure Energiekosten, praktisch unbezahlbarer Sozialstaat, kollabierendes Rentensystem sowie hoch verschuldete Euro-Staaten und womöglich ein Verteidigungsfall. Diese sich zunehmend negativ entwickelnden Vermögenswerte mit dem einhergehenden Pessimismus würden letztlich in einer neuen Finanzkrise („Crash“) münden. Sparpolitik, rückläufiger Konsum und steigende Arbeitslosigkeit seien die Folgen dieses Vermögensverlustes. Die Folge: die Kaufkraft des Geldes steigt (Deflation).


Verbraucherpreisindex & Vorhersage

In den Nachrichten bezieht sich Inflation bzw. die Inflationsrate meist auf den Verbraucherpreisindex. Dieser soll mithilfe eines Warenkorbs die Entwicklung der durchschnittlichen Verbraucherpreise abbilden. Dass die gefühlte Inflation deutlich höher wirkt oder die Wertentwicklung des Euro zum Goldpreis einen viel deutlicheren Kaufkraftverlust suggeriert, sind nur zwei Kritikpunkte.

Veränderungsraten des Harmonisierten Verbraucherpreisindex in Deutschland verglichen mit dem Vorjahresmonat (in %),
Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Stand: 08.07.2025
Jahr Monat Harmonisierter Verbraucherpreisindex Veränderungsrate zum Vorjahresmonat Veränderungsrate zum Vormonat
2025 März 131,0 2,3 % 0,4 %
2025 April 131,6 2,2 % 0,5 %
2025 Mai 131,8 2,1 % 0,2 %
Harmonisierter Verbraucherpreisindex und Veränderungsraten der letzten 3 Monate,
Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Stand: 08.07.2025

In Deutschland lag die Inflationsrate je nach Warenkorb und Messung die letzten Jahre meist zwischen 0 % und 2 %, seit 2021 auch deutlich über 2 %. Wie es 2026 und 2027 weiter geht, kann jedoch keiner sicher vorhersagen.
Daher sollte man Fakten und fundierte Meinungen sammeln und sich selbst eine überlegte Meinung bilden und dann nach bestem Gewissen handeln. Inflation-Defaltion.de erläutert mögliche Szenarien, stellt Zahlen, Statistiken und Expertenmeinungen vor und informiert über aktuelle Meldungen und News zum Thema – nicht mehr nicht weniger.

Jährliche Veränderungsraten des Harmonisierten Verbraucherpreisindex in Deutschland (in %),
Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Stand: 08.07.2025

Inflation Definition

Inflation bedeutet Geldentwertung. Die Kaufkraft des Geldwertes sinkt. Da der Geldwert (Zahlwert auf Münzen und Scheinen) gleich bleibt, steigt das Preisniveau, Produkte werden teurer.

Deflation Definition

Deflation ist praktisch die Gegenseite der Inflation. Das Preisniveau sinkt, die Produkte werden also billiger, wodurch die Kaufkraft des Geldes steigt.

Inflation einfach erklärt (Video)

Inflation einfach erklärt (explainity® Erklärvideo)
Inflation einfach erklärt (explainity® Erklärvideo)

Video von YouTube laden. Dabei können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Hinweise zum Datenschutz

Deflation einfach erklärt (Video)

Deflation einfach erklärt (explainity® Erklärvideo)
Deflation einfach erklärt (explainity® Erklärvideo)

Video von YouTube laden. Dabei können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Hinweise zum Datenschutz

Inflation ↔ Deflation (Schema)
Inflation ↔ Deflation (Schema)

Folgen, Auswirkungen einer Inflation

Insbesondere langfristige Anlagen wie beispielsweise eine Altersvorsorge verlieren durch eine höhere Inflation einen großen Teil ihres Wertes. Anleger und Sparer sind also die Leidtragenden der Folgen einer höheren Inflation, weil ihre Ersparnisse entwertet werden.
Umgekehrt führt ein niedriger Leitzins – und damit ein höheres Inflationsrisiko – dazu, dass Banken billigere Kredite an private und gewerbliche Investoren vergeben können. Auf diese Weise kann ein höheres Wirtschaftswachstum erreicht werden.
Ein weiterer Effekt einer höheren Inflation besteht darin, dass nicht nur Geld, sondern auch Schulden an realem Wert verlieren. Dies betrifft auch Staatsschulden, weswegen einige Regierungen höhere Inflationsraten deutlich weniger kritisch sehen als die deutsche Regierung.
Schließlich verbessern sich auch die Exportchancen eines Landes durch eine höhere Inflation, da die produzierten Waren für Kunden billiger werden, die in anderer Währung zahlen. Beispiel: Wenn ein Kunde aus den USA für 1.000 Euro Güter im Euroraum kauft, zahlt er in Wahrheit den Gegenwert von 1.000 Euro in Dollar. Sinkt der Wert des Euros, wird die Ware aus dessen Sicht günstiger. Im Gegenzug werden aufgrund derselben Logik Importe aus den USA nach Europa teurer.

Was tun bei drohender Inflation oder Deflation?

Wer an Geldanlage und Altersvorsorge über einen Anlagezeitraum von mehreren Jahren denkt, muss sich über Inflation oder Deflation Gedanken machen. Denn beide Effekte haben deutlichen Einfluss auf die spätere Kaufkraft des Geldwertes.

Historische Prägung in Deutschland

Inflationsraten über 2, 3 % werden in verschiedenen Ländern unterschiedlich beurteilt. Die deutsche Sichtweise zur Inflationsrate ist nach wie vor von der historischen Erfahrung der Hyperinflation in den Jahren 1922 und 1923 geprägt, in deren Verlauf sich die Preise für alltägliche Güter wie Brot wöchentlich vervierfachten. Andere Staaten wie z.B. die USA sind eher bereit, eine höhere Inflation zu akzeptieren.

Wissenswertes und Mythen zur Deflation/ Inflation

Inflation ist nicht gleich Inflation. So gibt es zahlreiche Messmethoden und Theorien zu Ursachen und Auswirkungen einer Inflation. Daher muss man immer aufpassen, worauf sich eine Inflationsrate konkret bezieht, welches Messsystem dahinter steht und vor allem wer Herausgeber der Statistik ist.

  • In den Nachrichten bezieht sich Inflation meist auf den Verbraucherpreisindex. Dieser soll mit Hilfe eines Warenkorbs die Entwicklung der durchschnittlichen Verbraucherpreise abgebildet werden.
  • Diese Vereinfachung verfälscht die gemessene Inflationsrate. So entsteht das Phänomen der gefühlten Inflation, bei der subjektiv die Preissteigerung (Inflation) höher als gemessen empfunden wird.
    Das entsteht maßgeblich durch die Produkte des Warenkorbs inkl. der so genannten Hedonischen Preisbereinigung, welche Produktverschlechterungen wohl zu wenig berücksichtigt. Die tatsächlichen Lebenshaltungskosten entsprechen damit nicht dem statistischen Warenkorb und nicht der gemessenen Inflation/ Deflation.
  • Inflation ist aber auch ein Politikum, wodurch die statistische Messung der Inflation oder Deflation skeptisch betrachtet wird.
  • Bei der Berechnung der Deflation bzw. Inflation werden üblicherweise Immobilienpreise beispielsweise nicht berücksichtigt.
  • Auch die Entwicklung der Geldmenge fließt praktisch aber nicht in der üblichen Statistik in die Inflation mit ein.
Harmonisierter Verbraucherpreisindex der letzten Jahre

Blog zu Inflation & Deflation

Weiterführende Links

mehr unter Quellen & Links

War diese Seite hilfreich für Dich?

Warum? Danke für Deine Hinweise, Verbesserungsvorschläge.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kommentare werden erst nach manueller Freischaltung sichtbar. Die übermittelten Daten werden entsprechend der Datenschutzerklärung zur Verarbeitung des Kommentars gespeichert.