Während man bei Inflation durch Sachwerte zumindest relativ gut agieren kann, ist dies bei einer (drohenden) Deflation schwieriger. Denn Schulden kurzfristig abzubauen wird nicht immer gelingen, immobiles Vermögen klein zu halten, ebenso wenig. Eigentum verpflichtet.
Inhaltsverzeichnis
- Keine Schulden
- Erst recht keine Immobilienkredite
- Aktien & Fonds?
- Versicherungen?
- Also Edelmetalle?
- Diversifizieren
- Bargeld!
- Fremdwährungen
Keine Schulden
Schulden werden in einer Deflation aufgewertet. Man muss zunehmend mehr Leistung zur Tilgung erbringen. Dies ist einer deflationären Situation aber ungleich schwieriger.
Vielleicht waren daher auch alle großen Wirtschaftskrisen letztlich Deflationen. Die Sorge einer Deflation sollte historisch betrachtet, daher eigentlich größer sein als die vor einer (hohen) Inflation.
Erst recht keine Immobilienkredite
Bei einer Deflation sinkt der Wert einer Immobilie. Sichert dieser Werte den Kredit nicht mehr ab, muss die Bank als Kreditgeber weitere Sicherheiten einfordern. Sicherheiten sind noch verbliebene, ebenfalls wertgeschrumpfte Vermögenswerte. Sobald diese nicht mehr erbracht werden können, wird die Immobilie zwangsversteigert, meist zu einem suboptimalem Wert. Ergebnis: kein Haus, aber Restschulden, für deren Tilgung zunehmend mehr Leistung zu erbringen ist.
Immobilien sind zudem schwer schnell zu verkaufen, erst recht, wenn es keinen Käufermarkt gibt. Dazu bieten sich die hohen Immobilienvermögen (ca. 60 % in Deutschland stecken in Immobilien) und deren greifbare Eigentümerschaft für Lastenausgleiche an, die es bereits zweimal in Deutschland gegeben hat. Durch die Wertermittlung im Zuge der Grundsteuer ist es zudem sehr einfach Abgaben und Steuern darauf zu erheben oder erhöhen.
Aktien & Fonds?
An der Börse Anteile an realen Firmen zu halten, erscheint erstmal solide. Viele Investments sind aber keine direkten Firmenanteile. Auch wird häufig angeführt, dass die hohen Kurssteigerungen der letzten Jahrzehnte nur durch wenige, durchaus spekulative Unternehmen sowie sinkende Zinsen und günstige Steuern für (große) Unternehmen zustande gekommen sind.
Steigende Zinsen, deflationäre Situation mit schwindender Nachfrage könnte auch hier massive Kursverluste zur Folge haben.
Versicherungen?
Versicherungen sind letztlich auch Wirtschaftsunternehmen, die in erster Linie die eigenen Ausgaben und Gewinne sicherstellen. Sobald dies nicht mehr gelingt, wird es die Sparer als Erstes treffen und dann können schließlich auch Versicherungen insolvent werden.
Also Edelmetalle?
Theoretisch ja, diese sind relativ konstant im Wert. Aber eben auch nur relativ. In Krisen verlieren auch Edelmetalle an Wert. Bei Minen-Aktien sind die Schwankungen meist noch viel größer, so dass man hier gut nachdenken sollte, worauf man setzt.
Auch sind in einer Krise eher kleine Stückelungen wie 1 Unze bei Gold, Patin bzw. 1 Kilo bei Silber gefragt. Die relativen Kaufpreise sind hierfür leider höher.
Diversifizieren
So langweilig es klingt, wachsam zu sein, nachzudenken und bewusst das eigene Vermögen zu streuen, sind noch die besten Tipps, die man in der Fachliteratur bekommt.
Forschere Zeitgeister versuchen durch Nutzung mehrerer Staaten jeweils einem Zugriff zu entziehen. Dies ist jedoch aufwändiger und erfordert mehr Vorbereitung.
Bargeld!
Was viele vergessen. Laut Bundesbankgesetz ist nur Bargeld ein gesetzliches Zahlungsmittel mit Annahmezwang. Nicht Giralgeld. Ein gewisser Bargeldvorrat hilft in der Krise, flexible zu bleiben und Alltagsprobleme lösen zu können.
Die meisten kritischen Experten raten zu kleinen Scheinen, da größere Scheine häufig in Krisen wie in Indien entwertet oder abgeschafft werden. Der Umfang sollte die notwendigen Ausgaben von etwa 3 Monaten decken.
Wer noch Silbermünzen mit Nennwert hat, hat den Joker. Denn deren Silberwert ist seitdem deutlich gestiegen und selbst im Worst Case wäre der Nennwert als Umtauschgröße die Grenze. Diese Absicherung klingt ganz nett. Bei Kauf muss man den Silberwert und dessen Preis aber gut abwägen.
Fremdwährungen
Man kann auch über Fluchtwährungen nachdenken. Leider verliert zuletzt der naheliegende Schweizer Franken vermehrt diese Funktion, so dass viele professionelle Anlege in die Norwegische Krone flüchten. Wie man das umsetzt, darüber kann man diskutieren. Bargeld in kleiner Stückelung ist sicherlich eine naheliegende Option.