Inflationsgefahr nicht nur in Deutschland

In der Geschichte folgten nach rapiden Anstiegen der Staatsverschuldung nicht nur in Deutschland steigende Inflationsraten. Daher sieht auch Thomas Mayer, Chefvolkswirt der Deutschen Bank, durchaus eine Inflationsgefahr auf uns zukommen. In seinem lesenswerten und besonnenem Interview im Fachmagazin Euro (Euro Magazin, 10/2010, S.27ff.) sieht er durchaus eine Inflationsgefahr auf uns auch in Deutschland zukommen.

Inflationsgefahr in der EU

Denn er befürchtet, dass die Notenbanken dem politischen Druck nicht ausreichend widerstehen könnten. Auch sagt er klar, dass der Rettungsschirm der EU zur Stabilisierung des Euro keine Lösung bei einem Scheitern, keinen Notfallplan vorsehe. Betrachtet man die im Folgenden genannten Zahlen für Griechenland, die selbst bei Einhalten der Vorgaben des Internationalen Währungsfonds eine Schuldenquote von etwa 150% des BIP aufweisen würden, wird klar, wieso Thomas Mayer befürchtet, dass Griechenland irgendwann die Zahlungen einstellen könnte – zumal seiner Aussage nach 80% der Zahlungen an ausländische Gläubiger gingen.
Auch wenn er nicht an Weltuntergangsszenarien glaube, investiert er diversifiziert auch in Gold (hier ETFs).

Summa summarum ein sehr lesenswertes Interview auf letztlich drei Seiten mit vielen nachdenkenswerten Antworten.

Im Ergebnis stellt sich für alle Anleger und Sparer aber die Frage, was tun, wie das Vermögen am besten anlegen. Fakt ist, man kann nur spekulieren, wie sich die Inflation und die Schuldenkrise in der EU und in Deutschland entwickeln. Einzig verlässlich scheint das niedrige Zinsniveau. Das macht es nicht einfach. Aufgrund der unsicheren Lage wären flexible, verfügbare Anlagen interessant, mit denen man schnell reagieren kann. Diese bringen aber üblicherweise wenig bis gar keine Zinsen. Netto resultiert daraus inflationsbereinigt oft sogar ein Verlust. Dennoch kann sich beispielsweise Tagesgeld als vorübergehende Anlage lohnen. Dabei sollte man aber zwingen auf gute Tagesgeld Angebote im Zinsvergleich achten, damit eine steigende Inflationsrate nicht den Zinsgewinn zunichtemacht.

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Robert Hartl
Robert Hartl studierte Rechtswissenschaften, Wirtschaftswissenschaften sowie Caritaswissenschaft und werteorientiertes Management in Regensburg und Passau. Als Lehrerkind versucht er alle Hintergründe und Zusammenhänge zu verstehen. Beim Thema Inflation oder Deflation war das oftmals besonders knifflig. Daher diese Webseite.

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