EU Finanzausgleich und die Folgen

Der Finanzausgleich innerhalb der EU beschäftigt und beunruhigt fast jeden Anleger und Sparer. Die Folgen des EU-Finanzausgleichs sind mannigfaltig, manche sehen schon die befürchtete Transferunion kommen bzw. erreicht. Dabei sind die erwarteten Folgen je nach Expertenmeinung unterschiedlich. In der aktuellen Ausgabe der Kundenzeitschrift von comdirect kann man dazu einige nachdenkenswerte Meinungen nachlesen. (compass, 1/11, S. 10 ff)

Staatsbankrott von Griechenland, Irland, Portugal oder USA

In Griechenland, Irland und Portugal rebelliert die Bevölkerung gegen die Sparmaßnahmen. Die Einsicht in die Erforderlichkeit und die Verteilung sind praktisch nicht vorhanden. Dabei lässt die extreme Staatsverschuldung praktisch keine andere Wahl. Dabei wäre die Folge ein Staatsbankrott mit nicht abzusehenden Folgen für die ganze Euro- und Eu-Zone. Dabei ist nach Alexander Froschauer (LGT Capital Management Ltd.) zu differenzieren. Bei Griechenland sei es eher eine Frage der Zeit, ob Griechenland Pleite geht, in Irland dagegen ist die umfangreiche Bankenrettung das Problem, ein Haushaltsdefizit darüber hinaus besteht nicht in gleichem Umfang. Das kleine Land kann die dafür erforderliche Liquidität aber nicht (alleine) stemmen.
Inwieweit das letztlich für den Anleger einen Unterschied macht, steht aber auf einem anderen Blatt.

Führt der Finanzausgleich zur Inflation oder Deflation

Für diese Frage ist die USA ein sehr gutes Beispiel. Die USA haben zur Ankurbelung der Konjunktur viel neues Geld in Umlauf gebracht. Befeuert das nun die Inflation oder Deflation? Tatsächlich besteht hierzu keine klare Meinung der Experten. Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, erwartet praktisch keines der beiden Szenarien für 2011. Er rechnet mit einer geringen Inflation unter der von der Europäischen Zentralbank anvisierten 2%. Für Deutschland werden 1,4% (Europa 1,7%) erwartet. Die eingangs erwähnte USA sollen auf 1,1% kommen.
Der Chefstratege der Schweizer Privatbank Vontobel, Dr. Thomas Steinemann, rechnet zwar mit Inflation – aber nicht zwangsläufig. Es sei wichtiger auf die Leitzinsen anstatt auf die Geldmenge zu achten.

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Robert Hartl
Robert Hartl studierte Rechtswissenschaften, Wirtschaftswissenschaften sowie Caritaswissenschaft und werteorientiertes Management in Regensburg und Passau. Als Lehrerkind versucht er alle Hintergründe und Zusammenhänge zu verstehen. Beim Thema Inflation oder Deflation war das oftmals besonders knifflig. Daher diese Webseite.

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