Wieso haben viele Menschen Angst vor der Deflation? Produkte und Leistungen werden billiger, die Kaufkraft des Geldes steigt. Das ist aber nur die eine Seite der Deflation.
Denn auf der anderen Seite reagieren Unternehmen auf eine Deflation und damit sinkende Preise mit Produktionskürzungen und dem Abbau von Arbeitsplätzen. Investitionen und damit Modernisierungen werden zurückgestellt.
Zudem halten sich die privaten Haushalte mit Käufen zurück, da die gleichen Produkte ja in einiger Zeit billiger zu haben sind.
Diese Effekte greifen dann schnell ineinander, man spricht von einer Deflationsspirale.
Aus dieser Phase der Rezession entkommt man dann auch mit staatlichen Interventionen nicht mehr so einfach. Daher ist die Deflation vielfach gefürchtet, so dass zumindest staatstheoretisch eine geringe Inflation angestrebt wird. Kurze Phasen einer Deflation bei einigen Gütern sind jedoch keine solche Gefahr. Gerade Elektronikartikel wie Fernsehgeräte machen dies anschaulich. Sicherlich wartet mancher Käufer noch etwas und den Herstellern wären stabilere Preise lieb, jedoch funktioniert der Markt auch so.
Die Folgen einer nachhaltigen Deflation wären Wirtschaftskrise und Staatspleite. Daher setzen die meisten Regierungen auf Wirtschaftswachstum bei Inflation, was auch die gigantische Staatsverschuldung praktisch etwas entwertet. Denn häufig können die Staaten die wirtschaftliche Entwicklung nicht wesentlich steuern. Konjunkturprogramme haben meist keine nachhaltigen Effekte und kosten wiederum Geld. Daher bleibt wirtschaftlich dem Staat nur, die Rahmenbedingungen zu optimieren und auf Wachstum zu hoffen. Denn nur dann kann man mit kleiner Inflationsrate die Verschuldung stillschweigend abbauen.
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