Die Inflation des Euro ist in Deutschland nicht nur ein Politikum, sondern auch emotional behaftet. Global lag die Inflation – genauer die Inflationsrate – in Deutschland im Mittel über die letzten Jahre bei 4,2 Prozent. Im Herbst 2010 rangierte die Inflation weltweit im Schnitt um 1,5 Prozent.
Wer die Staatsverschuldung als Ursache kommender, steigender Inflationsraten sieht, muss auch berücksichtigen, dass die weltweiten Kreditverbindlichkeiten 2008 bei 40,393 Billionen USD lagen, Ende 2009 aber 5,024 Billionen geringer waren1.

Euro Inflationsrate in Deutschland; Quelle: Destatis
| Land | Inflation 2009 | Inflation 2010** | Inflation 2011* |
| USA | -0,3% | +1,7% | +1,4% |
| EU | +0,2% | +1,2% | +1,7% |
| Deutschland | +0,2% | +1,1%** | +1,7% |
| Japan | -1,4% | -1,2% | -0,9% |
Negative Werte bedeuten Deflation; Quelle: Reuters EcoWin, Stand: Jan. 2011; * Schätzungen Senior-Portfoliomanager Union Investment; **Statistisches Bundesamt PM v. 14.01.2011
Ein wichtiges Thema ist in diesem Zusammenhang die so genannte gefühlte Inflation und die Berechnung anhang eines Warenkorbs. So gibt es neben der offiziellen Inflationsrate der Lebenshaltungskosten auch andere Berechnungsmethoden, die häufig gekaufte Güter (Lebensmittel wie Brot, Butter, …) und solche, denen man sich nicht entziehen kann (Energie wie Wasser, Strom, Heizung, Benzin) mehr gewichten. Da wird die gefühlte zur wirklichen Inflation. Das merkt man meist beim Einkauf im Supermarkt am eigenen Leib.
So hat Prof. Brachinger (Universität Fribourg, Schweiz) beispielsweise anhand den 50 meistgekauften Gütern bei Rentnern ausgerechnet, dass deren aktuelle Euro Inflation weit über dem offiziellen Verbraucherpeisindex lag.
Die jeweils aktuelle Inflationsrate des Euro ist daher auch in Deutschland ein primär relativer Wert zum Vergleichszeitraum bei identischer Messgrundlage.
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